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Neue Straßen braucht das Land

Bildquelle: http://www.leisea81.de

Neue Straßen braucht das Land

Eine ganze Weile rumorte es im Gerüchtekessel von einer neuen musikalischen Formation der Herren Tech und Puma, die schon einige Jahre (zuletzt in Zusammenarbeit mit dem zu Makarios Wissmut gewechselten Shivarudra) für Tanzbodenerschütterungen inklusive immer wieder erwähnenswerten Inhalts sorgten. Und nun springt der Deckel vom Topf und ein kleines Automobil rauscht hupend aus dem Ineinandergeschütteten. Eine Prise Popkultur, gewürzt mit Punkattitüde und einsichtigen Texten – Tech am Motor – den Beat vorgebend, Puma mit Mikrophon Weisheiten verteilend und der Neuzugang Modulo, seine Gitarre an den Außenseiten des Gefährts reibend, um quietschen zu lassen, um aufhorchen zu lassen. Fertig ist Limousine Rot und fertig ist die Paukenschlag-EP Liebe im Film.
Fünf Songs, die wunderbar ins Imperium des Leipziger Popkollektivs Eastgermaninternational passen, Elektropunk hieß das vor Kurzem, zur Zeit wahrscheinlich gerade anders und morgen mit einem neuen Etikett versehen – hier ist es einfach gut gemacht und ehrlich. Puma hats mit dem Scheitern und Verlieren – die Welt ist undurchschaubar und buntbeklebt und Pumas Jungs suchen nach einer Linksabbiegerspur aus der Einfahrtstraße Leben.
Das klingt dann in “German Angst”, dem eingängig hitverdächtigem Opener der EP so: “... das Schwellenübertreten ist nicht schwer/ das Standhaftbleiben umso mehr/ es ist so einfach zu verlieren...” oder “... vom letzten Atemzug war die Mehrheit wohl etwas enttäuscht!” – einfach unvertrackte Texte, passend zur Musik und immer am Thema, dass da etwas geschieht und die Massen wieder nur zuschauen können. Die große Stadt als das was ist – in “Meine Stadt” verwundertes Blicken in nichtgewollte Umwälzungen: “Das ist nicht mehr meine Stadt/ .../ ist Dir das mal aufgefallen/ Häuser schweben in der Luft/ .../ und man hört kaum Stimmen hallen./ .../ neue Straßen braucht das Land...”
Da ist der Nagel auf den Kopf getroffen – kurz und bündig – und auch der Namensgebersong der EP “Liebe im Film” bringt diese Zuviel ist zuviel, wir können nicht mehr – Stimmung herüber.
Musikalisch ist natürlich nichts zu meckern, dafür sind die Jungs schon zu lange dabei und wissen auf welches Pedal zu treten ist – doch angenehm ist hier, dass die Texte unterstützt werden, die Musik trotz allem tanzbar bleibt und nicht ins Hörbuchbegleitende abgleitet. Gut produziert, die Scheibe, gut gemacht, die Texte – sinnvoll das Konzept!
Limousine Rot gibt zwar eher verhalten Gas, doch dafür hört der Konsument all die Feinheiten und Ideen, anstatt sich im popkulturell typischen Hypegetöse mit dem Kopf vor die nächste Autobahnbegrenzung zu ballern.

Volly Tanner

[erschienen in der LVZ, 19.05.2006]
25.10.06 21:06
 


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